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Vergleich der Bundesländer: Berlin ist abgehängt

Wie das Handelsblatt veröffentlichte, hat eine Studie der Bertelsmann Stiftung ergeben, dass Berlin von allen deutschen Bundesländern die schlechteste Entwicklung durchläuft. Zwar sind die östlichen Bundesländer, was Beschäftigung und Einkommen angeht, zumeist noch schlechter gestellt, doch auffällig ist, dass Berlin bei der jährlichen Erhebung immer weiter an Boden verliert.

Nach Ansicht der Gutachter droht Berlin den Anschluss im bundesweiten Standort-Wettbewerb zu verlieren. Sie bezeichnen den Stadtstaat mit Attributen wie „extrem unsicher“ und „hoffnungslos abgeschlagen“. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner ist inzwischen niedriger als in jedem anderen westdeutschen Flächenland. Und das, obwohl traditionell Stadtstaaten Vorteile haben.

Beim zum vierten Male durchgeführten Ranking geht Hamburg als deutlicher Sieger hervor. Der Stadtstaat liegt sowohl bei Einkommen, Beschäftigung als auch bei der Sicherheit vorne. Eine bewusste Politik, die einen Schwerpunkt auf Kriminalitätsbekämpfung legt, führte im Laufe der Jahre zu einer weiteren Verbesserung der inneren Sicherheit.

Bei der Studie wurden die Arbeitslosen- und Erwerbstätigenquote untersucht, das Einkommen und die soziale und innere Sicherheit. Bayern und Baden-Württemberg bieten den höchsten Sicherheits-Standard. Auch das Risiko, zu verarmen, ist in diesen beiden Bundesländern so gering wie nirgendwo sonst. Die Aufklärungsquote der Polizei ist in den Jahren 2004 bis 2006 die höchste im Vergleich aller Länder. Die Zahl der Sozialempfänger hingegen ist die niedrigste.

Die ostdeutschen Bundesländer sind im Bereich innerer Sicherheit gut aufgestellt. Thüringen zum Beispiel belegt hinter Rheinland-Pfalz bundesweit den vierten Platz. Doch in den Rubriken Beschäftigung und Einkommen bleiben die ostdeutschen Bundesländer weiter Schlusslichter. Nur Sachsen kann mit schwächeren Westländern mithalten. Insgesamt lässt sich erkennen, dass es eine Zweiteilung in Ostdeutschland gibt: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind der erfolgreichere mitteldeutsche Teil, und Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg als ostdeutsche Regionen bleiben zurück.

Überraschend und erfreulich ist die Entwicklung des Saarlandes. Zwischenzeitlich liegt es in allen relevanten Gebieten im grünen Bereich. Trotz hoher Schulden schafft es das kleine Bundesland, mit kluger Innovationspolitik die Entwicklung der Weltkonjunktur für sich zu nutzen und den Strukturwandel zu schaffen.

Quelle: Handelsblatt



Erschienen am 21.08.07, Roland Betz

 
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