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Existenzgründungen in Berlin und Hamburg

Im Städtevergleich der Gründungsaktivitäten in Deutschland konnte Berlin dank der günstigen Rahmenbedingungen nach einem Tiefpunkt im Jahr 2001 wieder deutlich zulegen. Im Zeitzraum von 2001 bis 2006 lag die Zahl der Existenzgründungen in der Hauptstadt mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Doch auch Hamburg erlangte einen Spitzenplatz und wird auch die „Hauptstadt der Existenzgründer“ genannt.

In Berlin stieg die Selbständigenquote von 71,3 Prozent im Jahr 1991 auf 14,4 Prozent im Jahr 2006. Hamburg konnte nur einen Zuwachs von 7,6 Prozent auf 10,4 Prozent verzeichnen. Im gesamten Bundesgebiet stieg die Quote der selbständig Tätigen von 9,1 Prozent auf 11,2 Prozent.

2006 erlebte Berlin nach 2004 mit 45.762 Gewerbeanmeldungen den zweitgrößten Gründungsboom  seit 1990. Die meisten Gewerbeanmeldungen beziehen sich auf Kleinstgründungen ohne Mitarbeiter, auch Nebenerwerbsgründungen. Über die Hälfte der Vollerwerbs-Existenzgründungen entstanden aus der Arbeitslosigkeit mit Förderung durch die Agentur für Arbeit. Außerdem gibt es auch immer eine hohe Zahl von Gewerbeanmeldungen, die als Absichtserklärungen aufgefasst werden müssen, und zu keiner gewerblichen Aktivität oder Ausweitung des Geschäftsfeldes führen.

Doch auch bei den Betriebsgründungen gibt es für Berlin positive Zahlen: im Bundesdurchschnitt ging die Zahl der „wirtschaftlich relevanten Gründungen“ im Zeitraum 2000 bis 2006 um 19 Prozent zurück, in Berlin waren es nur 18,3 Prozent. Und während auch 2006 bundesweit die Betriebsgründungen (mit mindestens einem Mitarbeiter, oder als juristische Person) um 5,2 Prozent zurückgingen, stieg die Zahl in Berlin um 1,4 Prozent. In Hamburg war ein noch stärkerer Zuwachs zu beobachten.

Die meisten neuen Betriebe entstanden auch 2007 im Bereich „Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen“.  Dabei entstanden vor allem Unternehmen aus dem Kredit- und Versicherungsgewerbe, Unternehmen aus dem Grundstücks- und Wohnungswesen sowie aus den Bereichen Datenverarbeitung und Datenbanken, Werbeagenturen, Ingenieur- und Architekturbüros, Unternehmens-, Wirtschafts- und Rechtsberatung.

Hamburg ist im Vergleich der deutschen Großstädte die einzige Stadt, in der seit 2001 eine stetige – wenngleich in den letzten beiden Jahren nur leichte - Steigerung verzeichnet werden konnte.  Besonders die wirtschaftlich relevanten Betriebsgründungen sind in Hamburg, ebenso wie in München und Frankfurt, stark gestiegen. Die Schwerpunkte der Gewerbegründungen sind in den Städten Berlin und Hamburg ähnlich. Die größten Gründungsimpulse kommen aus den Bereichen der unternehmensnahen Dienstleistungen, und mit Abstand dazu aus dem Bereich Handel und dem Baugewerbe.

Quelle: Investitionsbank Berlin



Erschienen am 04.03.08, Roland Betz

 
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