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EU will mehr Mikrokredite für Existenzgründer

Die EU-Kommission hat Mitte November 2007 den Vorschlag veröffentlicht, Existenzgründern und Kleinunternehmen in der Europäischen Union den Zugang zu Kleinstkrediten bis zu 25.000 Euro zu erleichtern. Hierfür soll ein mit zehn bis 15 Millionen Euro ausgestatteter Fonds eingerichtet werden. Zielgruppe der Initiative sind Kleinunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten.

Zur Zeit ist vielen Existenzgründern und Kleinunternehmen der Zugang zu Krediten verbaut, da Kleinstkredite bis zu 25.000 Euro schwer zu bekommen sind. Vor allem Angehörige benachteiligter Gruppen wie Arbeitslose, nicht Erwerbstätige, aber auch ethnische Minderheiten, brauchen Unterstützung, um eine Existenzgründung erfolgreich finanzieren zu können.

Die EU-Kommissarin Danuta Hübner hat vorgeschlagen, dafür eine neue Faszilität auf europäischer Ebene einzurichten. Eine Faszilität ist ein von Banken gesetzter Rahmen, der den Kunden innerhalb bestimmter Grenzen erweiterte Möglichkeiten einräumt. Diese Faszilität soll innerhalb des Europäischen Investitionsfonds (EIF) angesiedelt werden und eigenes Personal erhalten. Aufgabe der Institution wäre es, Marktanalysen durchzuführen, Mentoren zu schulen, Leitlinien auszuarbeiten und das Kleinstkreditgeschäft zu fördern.

Finanzielle Unterstützung soll aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung – EFRE – fließen, und zwar im Rahmen der Strukturfondsmittel für technische Hilfe.

Die EU-Komission schätzt, dass innerhalb der EU ein Bedarf an Kleinstkrediten besteht, der sich auf insgesamt 6,1 Milliarden Euro beläuft. Durchschnittlich gehen die Experten von 7.700 Euro Finanzierungsbedarf aus. In der EU-15 sind es schätzungsweise 10.000 Euro, in der EU-12 durchschnittlich 3.800 Euro, die für Existenzgründungen eingesetzt würden.

91 Prozent aller EU-Unternehmen gehören zur Zielgruppe mit weniger als zehn Mitarbeitern. Nach Angaben von Eurostat nehmen die Kreditgeschäfte mit Mikrokrediten in allen EU-Staaten zu. Statistiker schätzen, dass der Bedarf an Kleinstkrediten kurzfristig bei über 700.000 Darlehen liegt, mit insgesamt sechs Milliarden Euro Volumen.

Die meisten Existenzgründungen der Kleinstunternehmen liegen im Bereich unternehmensnahe Dienstleistungen, Dienstleistungen für Privatpersonen, Dienstleistungen für Haushalte.



Erschienen am 26.11.07, Roland Betz

 
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