Der aktuelle Armutsbericht der Bundesregierung wurde Ende Mai 2008 von Arbeitsminister Olaf Scholz vorgelegt. Demnach gilt in Deutschland jeder achte Mensch als arm. Jeder vierte Bürger ist von Armut bedroht oder muss durch staatliche Transferleistungen davor bewahrt werden.
Nach EU-Kriterien fallen 13 Prozent der Bevölkerung unter die Armutsrisikoquote. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ kommentiert Scholz: „Wenn es die Sozialtransfers wie Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Wohn- und Kindergeld nicht gäbe, dann hätten wir statt 13 Prozent 26 Prozent Arme“. Weiter erläutert der Arbeitsminister: „Die Schere zwischen arm und reich hat sich weiter geöffnet. Die Einkünfte der Reichen sind gewachsen, dagegen sinken die Einkommen im unteren Bereich leicht, im mittleren stagnieren sie“.
Arm ist, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient, das sind 781 Euro netto. Als reich wird eingestuft, wer als Alleinstehender im Monat netto mehr als 3.418 Euro zur Verfügung hat, oder als Familie mit zwei Kindern mehr als 7.178 Euro.
Quelle: dpa